5 Siege, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen, lautet die Ausbeute der Rückrunde des TSV Frick Herren 2. Der Aufsteiger spielt eine top Rückrunde und macht durch ihre Emotionalität auf dem Spielfeld richtig Bock. Wie kann es also sein, dass die Sportliche Situation alles andere als rosig ist?
Die Vorfreude ist gross, die Männer sind heiss auf 2. Liga Handball. Der Aufstieg in der Vorsaison war hoch verdient, endlich konnte man sich nun wieder dort präsentieren, wo man hin gehört. Das Ziel war, mit diesem jungen Team die Klasse halten. Realistisch. Merkten Sie schnell, als Sie in den ersten Spielen gegen Ehrendingen und Absteiger Magden jeweils ein unentschieden erkämpften und eigentlich sogar mehr drin lag. Damals die Problemzone: Die Abwehr. Es fehlte der Emotionalleader, der mit Härte voran ging und die Abwehr dirigierte. Dieses Manko war schlug sich auch in den Zahlen nieder. Die Fricker schlossen die Hinrunde mit 3 Unentschieden, einem Sieg und 6 Niederlagen ab. Klar mussten sie sich steigern, doch Frick war noch voll im Rennen.
Hauptgründe für den Aufschwung im 2024 waren nicht zuletzt die Neuzugänge. David Zwahlen kam im Rückraum und ersetzte den langzeitverletzten Noah Romano, im Tor kam Mike Bienz für Errol Hicks und als Abwehrspezialist komplettierte Routinier Claudio Vollenweider das Fricktaler Handballteam. Möglicherweise erweckten diese Änderungen ein quäntchen Hoffnung.
Das erste Spiel stieg gegen den favorisierten ATV/KV Basel, welche mit Selbstbewusstsein und Nationalliga A Erfahrung nach Frick reisten. Schnell bemerkten Sie jedoch, dass der TSV gewinnen wollte. Die Gäste fanden wenige Lösungen gegen eine harte Defensive und vorne spielte es Frick clever. Nach einer Krimi-Schlussphase gewannen die Füchse mit einem Tor. Sie wussten nun, «wir können gegen jeden gewinnen». Die Bestätigung folgte wenig später, als Sie gegen Binningen gewannen und durch die Defensivstärke den ehemaligen Nationalspieler Florian Göpfert zur Verzweiflung brachten. Der Trend verlief so weiter, die Fricker lieferten eine starke Rückrunde ab.
Ja wieso also, ist und war die Situation dennoch prekär? Weil die 2. Liga «komisch» ist. Mit 14 Punkten nach 19 Spielen steht man in jeder anderen Liga im Tabellenmittelfeld, der TSV nach 19 Spielen jedoch nur einen Punkt vor dem direkten Abstieg. Klar war also, es würde zu einem Finalissima kommen, wobei der TSV Frick mit der SG Oberbaselbiet (ein Punkt hinter Frick) um den Abstieg kämpfen.
Die Vorzeichen standen pro Fricktal. Die Füchse mussten gegen Kleinbasel, einem Team auf Augenhöhe, wo hingegen die SG Oberbaselbiet aus Liestal gegen die 2. platzierten aus Oberwil/Therwil ran mussten. Frick hatte es in den eigenen Händen, bei einem Sieg wäre der Klassenerhalt gesichtert. Die Partie verlief ebenbürtig. Die Füchse legten wie gewohnt eine starke Defensive an den Tag, doch Offensiv fehlten die Ideen. Erst in der 2. Halbzeit setzten sie sich auf 3 Tore ab. Ein Blick auf den Live Ticker der SG Oberbaselbiet und der Schock, Oberbaselbiet führte zwischenzeitlich mit 8 Toren. Frick musste also aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gewinne. Doch die letzten 10 Minuten gehörten dem TV Kleinbasel. Vorne machten sie die Tore und hinten hatten Sie das Mittel gegen Frick gefunden. Noch 30 Sekunden… der TSV alleine vor dem dem Tor… doch der Torhüter pariert. Aus und vorbei. Doch was spielte die SG Oberwil/Liestal? Der Liveticker des SHV wurde in der 50. Minute abrupt beendet, nachdem die Gegner der SG Oberbaselbiet wieder auf 2 Tore dran waren.
Einige Tage später die traurige Gewissheit. Das Spiel des Abstiegskonkurrenten wurde aufgrund eines Stromausfalls abgebrochen und das Resultat nach 50 Minuten wurde gewertet. Damals stand es 21:23 für Oberbaselbiet. Der TSV Frick hätte es mehr als verdient, 2. Liga weiterzuspielen, doch es gilt sich aufzurappeln und stärker zurück zu kommen.
Nachtrag: Gemäss Verband / Wettspielreglement wird das Spiel SG Oberwil/Therwil - SG Oberbaselbiet wiederholt bzw. neu angesetzt. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen...
Bild: Der Spielmacher Cedric Zwahlen sorgte offensiv oft mit Einzelaktionen für Furore.










